Die Qual der Wahl

Da hat man nun den Führerschein und das Geld und die Zeit zum Fahren und weiss nicht, welches Motorrad man sich kaufen soll. Es gibt nun ein paar Hinweise und Tips, die die Auswahl etwas einschränken sollen. Als erstes sollte man genau überdenken, was man mit dem Motorrad vor hat, denn nicht jedes Motorrad ist für jeden Zweck geeignet.
Hier eine kleine Aufstellung von Motorradarten mit ihren Vor- und Nachteilen.

1. Tourer
2. Allrounder
3. Super-Sportler
4. Chopper / Cruiser
5. Enduros / Supermoto
6. Naked Bikes
7. Gespanne


1. Tourer
...sind für Langstreckenfahrten bestimmt.
Sie wiegen meist deutlich über 200 kg und sind für das Fahren mit Sozius ausgelegt. Die Sitzhaltung ist bequem und durch die Vollverkleidung bieten sie einen guten Schutz gegen die Witterung. Sie sind hauptsächlich für Landstrassen geeignet, haben aber auch eine gute Eignung für den Stadtverkehr. Tourer sind von Haus aus mit Packkoffern ausgerüstet. Es wird nochmal unterschieden zwischen Sport-Tourer (ohne Packtaschen) und Super-Tourer (zusätzliches Top-Case). Sie eignen sich also besonders für bequemes und mehr oder weniger sportliches Fahren, mit oder ohne Sozius und für die Mitnahme von Gepäck. Die Zuladung ist dementsprechend hoch. Für Geländefahrten sind sie jedoch gänzlich ungeeignet.

2. Allrounder
...haben eigentlich die gleichen Eigenschaften wie Tourer, haben aber keine Koffer und keine Vollverkleidung. Dadurch ist man der Witterung wesentlich mehr ausgesetzt und der Motor braucht natürlich auch etwas mehr Pflege, da er ja keinerlei Schutz gegen Verschmutzung hat.

3. Super-Sportler
... sind eigentlich nur für den Rennsport geeignet.
Sie sind weder fürs Gelände, noch für den Soziusbetrieb oder Touren geeignet. Nichtmal in der Stadt sind sie gut zu handhaben. Wer gerne nur schnell auf der Landstrasse unterwegs ist und verschwommene Landschaften liebt wird mit diesen Motorrädern hoch zufrieden sein. Zu dieser Spezies gehören auch die sogenannten Straßenrenner, welche die Sportlichen Eigenschaften dieser Spezies noch übertreffen, aber deswegen auch keine Straßenzulassung mehr haben.

4. Chopper / Cruiser
...sind für sportliches Fahren oder fürs Gelände gänzlich ungeeignet. Sie haben einen hervorragenden Gradeauslauf, bedingt durch den langen Radstand, aber je länger der Radstand desto schlechter die Kurveneigenschaften. Auch für den Soziusbetrieb sind sie nicht besonders geeignet, da dieser einen recht unbequemen Sitzplatz hat. Sie sind mehr für das langsame fahren und promenieren in der Stadt und auf der Landstraße gedacht. Wer Chopper fährt sollte auch spass am Basteln haben, denn ein richtiger Chopper ist vor allem auch fürs Auge gedacht. Dementsprechend gibt es natürlich auch ein besonders grosses Zubehörangebot für diese Spezies der Motorräder.

5. Enduros / Supermoto
...sind hauptsächlich für das Fahren im Gelände gedacht.
Dafür sind sie auch durch ihre grobstollige Bereifung und ihr geringes Gewicht hervorragend geeignet. Sie sind jedoch nicht für den Soziusbetrieb geeignet, es sei denn, dass dieser gerne gequält wird und auch auf weite Touren sollte man verzichten, da bei diesen Motorrädern nicht an die bequemlichkeit gedacht wurde. Sie sind halt für den Geländesport entwickelt worden und deshalb auch speziell darauf ausgelegt. Natürlich sind sie auch für den Straßenbetrieb gut geeignet und selbst im Winter haben sie noch eine recht gute Fahrtauglichkeit. Eine Steigerung bieten nur noch die richtigen Crosser, die aber keine Strassenzulassung mehr haben, da bei ihnen aus gewichtsgründen gänzlich auf Beleuchtungseinrichtungen verzichtet wurde. Sie sind für den reinen Geländesport gedacht. Natürlich gibt es auch noch Trial-Motorräder, die speziell für diesen Sport gedacht sind. Sie sind auch mit Strassenzulassung erhältlich.

6. Nakedbikes
... sind in der Regel moderne designte Motorräder, sie haben keine besonderen Vorzüge, sondern sind eher etwas ausgefallenes fürs Auge.

7. Gespanne
...sind etwas ganz besonderes.
Sie haben mit den normalen Fahreigenschaften von Motorrädern nichts mehr zu tun. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Gespann zuzulegen sollte sich unbedingt vorher mit der Materie und dem Fahrverhalten dieser Fahrzeuge vertraut machen. Das Gespannfahren hat seine Vorzüge und macht Spass, ist aber auch nicht ungefährlich, wenn man sich damit nicht auskennt.

Das Angebot ist gross und lässt eigentlich kaum noch Wünsche offen.
(Bilder:Honda;Ural)